Meine Reisetipps für Kapstadt

2007 bin ich aufgrund der unglaublich hohen Lebensqualität nach Kapstadt gezogen und habe hier 2013 das Beerhouse on Long eröffnet: Die Bar mit der größten Bierauswahl Afrikas mitten auf der Party-Meile Long Street, die jetzt auch ganz Niederlassungen in ganz Südafrika und Deutschland eröffnet. Da dieses Unternehmen auch meiner Leidenschaft für gutes Essen und Trinken geschuldet ist, werde ich von meinen Freunden in Deutschland regelmäßig nach meinen Empfehlungen gefragt, wenn sie für einige Tage dem Winter entfliehen und ihren Urlaub in Kapstadt planen.

Dieser Blogpost entstand aus einer Email, die ich als Antwort auf die Frage nach ‚den besten Reisetipps für Kapstadt‚ an Freunde und Familien versandt habe. Es soll nicht einen Reiseführer ersetzen, sondern nur meine persönlichen Highlights hervorheben und eure Planung ergänzen.

Kapstadt Panorama
Zuallererst – ganz wichtig! Holt euch direkt nach Ankunft eine lokale Südafrikanische Prepaid-SIM des Netzbetreibers Cell C! Damit ruft ihr zum Preis von R0,99 (also unter 10 Eurocent!) nicht nur lokale, sondern auch alle europäischen Rufnummern (Festnetz UND Mobilfunk!) an und bezahlt pro MB Datennutzung R0,50, bzw. R0,15, wenn ihr über *147# irgendein Datenpaket bucht! Die Roaminggebühren der europäischen Netzbetreiber sind eine absolute Unverschämtheit und ihr würdet im Zweifelsfall mehr für die zwei Emails und Whatsapp während des Urlaubs bezahlen, als für alle Restaurantbesuche in Südafrika.

Für Erstbesucher in Südafrika: es gibt fast keine Touristen-Abzocke, wie man es von anderen Reisezielen kennt. Generell könnt ihr dem, was von den Touri-Guides und auf Seiten wie KapstadtMagazin.de / Capetownmagazine.com / Capetown.travel als Top5 Attraktionen empfohlen wird durchaus trauen. Es gibt viele spannende Sachen und nur ihr könnt entscheiden, was wirklich passt. Die genannten Seiten haben auch den Vorteil, dass sie regelmäßig aktualisiert werden, während aus meiner Liste sicherlich schon wieder 2 Location geschlossen wurden oder im qualitativen Sturzflug befinden.

  • Der rote City Sightseeing Bus mit mehrsprachiger Tourleitung vom Band.
  • Kirstenbosch botanical Garden mit den sonntäglichen Summer Concerts
  • Robben Island (Mandelas Gefängnisinsel) mit der Tourführung durch ehemalige politische Häftlinge
  • District 6 Museum
  • siehe unten…

Meine Gastro-Highlights:

  • Afrikas größte Bierauswahl in meinem BEERHOUSE @ 223 Long Street natürlich. Und ab jetzt ohne Werbung 🙂
  • Frühstück am Leuchtturm von Green Point im Cafe Neo
  • The Grand Beach“ direkt am Ufer zwischen Waterfront und Green Point Stadium
  • Afrikanisch essen im African Cafe direkt an der Heritage Square / Ecke Buitengracht Street oder in einem der anderen afrikanischen Restaurants in Kapstadt.
  • Beluga Restaurant in Green Point
  • Pot Luck Club, Test Kitchen, Dear Me, und einige der Weingüter in den Winelands (z.B. La Colombe) kochen auf höchstem Niveau – siehe EatOut, Tripadvisor & Co…
  • Sehr gute Liste
  • Best Cocktails: Orphanage, Asoka oder – neu – Outrage of Modesty.
  • noch viel viel mehr 🙂

Wanderungen:

Viele Möglichkeiten warten auf euch, Die Touristen-Top-Attraktion ist natürlich der Tafelberg mit dem Table Mountain Cable Car, dass direkt auf die 1078m hohe Bergstation fährt. Sehr schön, aber ich persönlich mag den – nur zu Fuß erreichbaren Lions Head, der direkt zwischen Stadt und Tafelberg liegt, viel lieber, da man dort oben 360° Blicke genießt. Vom bewachten Parkplatz aus sind das ca. 45 Minuten je Richtung, am Anfang gut befestigter Schotterweg, gegen Ende wird es eine richtig sportliche Kletterpartie…

Tagesausflug #1: Kap der Guten Hoffnung:

RANDOLF-WP Cobra replica

RANDOLF-WP Cobra replica – best R150k I ever spent

Da muss man – am besten in einer gemieteten Cobra (Randolf erwähnen) – einmal hin. Morgens Richtung Muizenberg los immer im Uhrzeigersinn um die Halbinsel, in Boulders Beach Pinguine gucken, CapePoint National Park bestaunen, kleine Wanderung zum Leuchtturm, das Weltberühmte Schild mit ‚most south-western point of Africa‘ Punkt am Strand nicht vergessen und dann nicht zu spät auf den Rückweg machen. Wenn genug Zeit, über Kommetjie, auf alle Fälle aber Richtung Sonnenuntergang über den Chapman’s Peak Pass fahren (falls der aktuell geöffnet ist), wo man feststellt, wieso dort fast alle Autowerbung der letzten Jahre gedreht wurde.

Chapmans Peak endet in Hout Bay, schöner kleiner Hafenort, direkt an der Mariner’s Wharf. Hout Bay und das Dunes Cafe dort ist aber auch so ein nettes Nahziel, wenn ihr einfach nur einen kleinen Ausflug aus der Stadt machen wollt. Dann könnte man auch in der World of Birds / Monkey Park einen unglaublich vielseitigen Affen und Vogelpark besuchen…

Auf der Rückfahrt, fahrt ihr auf alle Fälle auch die Strecke über Camps Bay, das Miami South Beach von Afrika, wo ihr Strandleben pur genießen könnt… Wenn das Meer zu kalt ist, vielleicht mal im Bay Hotel einchecken, einer der besten Pools der Stadt, den jeder Bargast nutzen kann, ansonsten dürft ihr aber die windgeschützten Clifton Beaches I-IV nicht verpassen oder solltet relativ warmen Wasser vom Bakoven beach (NSRI Schild folgen) planschen…

Wine tasting Touren:

Sollte man mitmachen. Geht gegen 9 Uhr los, man ist gegen 17 Uhr zurück. Ich habe es mit einem sehr netten auf jüngere Leute abzielenden Anbieter gemacht, den ihr unter +27-73-7550444 erreichen könnt (ca. 400 Rand / Person, wird sich an die after-tasting-tour-Party bei Randolf erinnern ;-)) aber qualitativ soll Didier von cheeseandwine.co.za auf alle Fälle herausragend (Tel +27 73 613 2561) sein.

Township Touren

Werden von vielen Tourguides angeboten, die von Camissa hat mir herausragend gut gefallen. Camissa ist – in Kapstadt leider sehr sehr ungewöhnlich – komplett in ’schwarzer‘ Hand, alle anderen afrikanisch klingenden Firmen sind ansonsten in aller Regel doch in der Hand der privilegierten weißen Oberschicht. Ich und alle, die so eine Tour gemacht haben, fanden es trotz anderweitiger Vorab-Befürchtungen niemals ‚erniedrigend‘ solche Touren zu erleben und man erlebt hautnah, dass das Leben in den Townships nicht pures ‚Elend‘, sondern deutlich vielschichtiger ist… Alternativ könntet ihr auch das Baphumelele Kinderheim besuchen, dass von den Eltern meines verstorbenen Kindergartenfreundes Clemens mitgegründet wurde. Oder ihr geht ins ‚legendäre‘ Mzoli’s, wo schwarz und weiß gemeinsam in der Township Shebeen und Schlachterei feiern. Aber letzteres bitte nicht am Wochenende, weil da ist es heftigst überfüllt und wir mussten beim letzten Versuch gute 3 Stunden auf das Fleisch warten!

Mehrtages-Ausflüge (alles > 2 Stunde von Kapstadt entfernt)

Das schönste (und auch am besten vermarktete) private Game Reserve (kurz: Tiere gucken!) der Gegend ist Aquila www.aquilasafari.com Die machen regelmässig Verkaufsaktionen mit 50% Rabatt auf Groupon. Ansonsten am Telefon mit Verweis auf www.Capetownmagazine.com mindestens 15% Rabatt verhandeln .

Auf dem Weg dahin unbedingt mit Hunger in Franschhoek die ganzen französischen Restaurants austesten… Nie habe ich es mehr bereut vom vorigen Stop vollgegessen durch einen Ort gelaufen zu sein…

In der Umgebung von Kapstadt wäre noch der Monkey / Bird park in Hout Bay zu erwähnen, den ich immer schön fand, auf der Garden Route gibt es aber auch einen großen, sehenswerten Monkey Park (und Chetah nursery, …).

Für das typische Touri-Ziel Garden Route / Eastcoast habe ich keine ‚besonderen‘ Tipps, die über das in den normalen Reiseführern zu finden ist. Hermanus für Whale Watching (entweder als lange Tagestour von Kaptadt aus oder auf der Route) ist wie fast alles sehr nett, nichts ist ein ‚muss‘. Am Ende der Gardenroute ist 800 km von Kapstadt entfernt der Addo Elephant Park, der für die Unmengen an Elefanten sehenswert ist, sonstige Tiere siehst du dort aber eher in der Schotia Game Reserve, die alle Tiere BIS auf Elefanten zeigt – ansonsten vergleichbar mit Aquila. Für Freunde meiner Mutter (Elke Stanglow-Jorberg) gibt es dort 20% Rabatt. Die ganzen Nature reserves auf dem Weg dorthin sind wohl alle wirklich klasse, ich kenne nur 1-2…

Die Westcoast (nach Norden, Richtung Namibia) ist die weniger touristische und ‚wildere‘ Alternative zur Garden Route und echt schön. Paternoster ist idyllisch, das Beach Camp genial, wenn man außerhalb der Zivilisation und ohne Strom am Meer campieren will. Langebaan ist bei Bei Kitesurf-Einsteigern wegen der Lagune zu Recht sehr beliebt, ansonsten aber auch schön – wenn man sich vom Casino fernhält. Im Strandloper habe ich das mit Abstand beste Seafood-Erlebnis meines Lebens erlebt! Falls ausgebucht in der Boesmanland farm kitchen essen – ebenfalls ein Erlebnis! In der Blütezeit (AFAIK November) sieht der West Coast national park mit seinem Blütenmeer spektakulär aus.

Unterkunft:

Zuletzt das wohl schwierigste Thema. Wann hat euch zuletzt jemand nach einer guten Unterkunft in eurer Heimatstadt gefragt? Ihr habt doch schon eine, wieso solltet ihr euch also damit auskennen? Ich bin kein Fan von den großen standardisierten Hotelketten, daher kann ich nur auf Basis meiner eigenen Reiseerfahrung sagen: Bucht lieber bei Airbnb (Werbelink) eine private Unterkunft mit Charme oder sucht ein Bed&Breakfast. Insbesondere sind idR sehr gut gemanaged. Gegend: In aller Regel wird man am liebsten stadtnah am Atlantic Seaboard (also an der Küste, Green Point, Sea Point, evtl. 10km entfernt in Camps Bay) in Tamboerskloof/Gardens oder direkt im lauteren Stadtzentrum (CBD genannt) unterkommen wollen. Bloubergstrand und Milnerton dürfte nur für Kite-Surfer interessant sein, die die Nähe zum Strand suchen, wer südlich in die wunderschönen Orte Hout Bay, Fish Hoek, Simon’s Town geht, muss sich auf 40+ Minuten Fahrtzeit gefasst machen – in der Rush-Hour nochmals deutlich länger.

3 responses to Meine Reisetipps für Kapstadt

  1. Dankeschön für die Tipps. Geplant ist es auf jeden Fall da mal hinzufahren und wenn dann natürlich auch zu Deinem Beerhouse 🙂

  2. Danke für Deine Tipps von vor Ort Randolf.
    Wir haben Deine Tipps in dem Artikel hier verlinkt.

  3. Dieses Jahr geht es bei nach Kapstadt und da kommen mir die Reisetipps sehr entgegen. Danke für den informativen Beitrag. LG aus dem Zentrum Meran

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