Drweb.de verkauft. Oder: wie richte ich ein Projekt zugrunde?

11. Juli 2011

 

 

 

Update und Entwarnung – Mai 2012: mit einem etwas nebulös betitelten „Entführung? Aprilscherz? Was ist denn hier passiert?“ Posting meldet sich eine neue Redaktion unter alter Eigentümerschaft zurück – offensichtlich hat der ‚Infomarketer‘ Tobias Knoof ausgewirtschaftet und das Projekt ist von den alten Eigentümern zurückgekauft worden. DANKE! Jetzt noch etwas gelb ins Layout und alles ist gut 😉

Drweb.de verkauft. Eine meiner allerersten Anlaufstellen im Netz und zentrale Anlaufstelle für den mittlerweile wohl ausgestorbenen(?) Beruf der Webmasterei. Die einzige Aktie, die ich jemals besaß war die der drweb.de AG i.Gr., die niemals fertig gegründet wurde. Diese Aktie hat damals jeder erhalten, der zuvor Drweb / Sven Lennartz als freiwilliges Fördermitglied aus einer finanziellen Schieflage unterstützt hatte. Drweb ist aufgrund des überragenden Erfolg des daraus hervorgegangenen englischsprachigen Smashing Magazines zuletzt eingeschlafen und ein Verkauf natürlich ein folgerichtiger Schritt.

Der Preis war aber wohl zu billig und der Verkauf passierte etwas überhastet. Denn ein mit-eBooks-reich-werden Fatzke hat das Ruder von drweb.de übernommen:

Einige hervorragende Zitate aus seiner Online-Biographie:

„Tobias Knoof ist Gründer des beliebten Online-Marketing-Magazin www.Digitale-Infoprodukte.de und ausgewiesener Traffic-Experte im Internet. Das Magazin schaffte es innerhalb von nur 2 Jahren nach der Domainregistrierung zu den 1.200 trafficstärksten Websites im gesamten deutschsprachigen Raum zu zählen und damit 99,989% aller anderen „Punkt.de“ Domains hinter sich zu lassen. […]

Neben seiner Autoren-, Seminar- und Coachingtätigkeit beschäftigt sich der sympathische Gründer intensiv mit NLP, Motivation und anderen persönlichkeitsfördernden Methoden, wodurch er sich autodidaktisch ein breites Wissen in den Bereichen Psychologie, Marketing, Werbetexten und Verkauf aneignen konnte. …“

Sichtbarkeitsindex 0,17 (digitale-infoprodukte.de) kauft also Sichtbarkeitsindex 7,28 drweb.de und wer im Oberstübchen noch halbwegs normal geblieben ist, wird sich beim Besuch der Seiten des Käufers gut amüsieren können, den dort gemachten Behauptungen nicht glauben und seine Kreditkarte nicht zücken um für vermeintlich exklusive Informationen und Geheimnisse zu bezahlen…

 

Ich bin mir sicher, dass der Käufer NICHT die Domain und ihren enormen Trust vernünftig nutzen wird und hoffe auf baldiges Einsehen der Qualityrater von Google…

P.S. sonst nicht meine Art, aber hier wurde natürlich exzessiv vom rel=“nofollow“ Gebrauch gemacht… (via)

Randolf Jorberg

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Randolf was in the online business since 1998 and is now primarily selling beer.

15 responses to Drweb.de verkauft. Oder: wie richte ich ein Projekt zugrunde?

  1. schön war die zeit. goodbye. mit-eBooks-reich-werden fatze ist glaube ich mein neue xing position!

  2. Huhu,

    also der Artikel des Käufers zu seinem „Royal Flash“ ist wirklich schlecht geschrieben, ich wundere mich warum überhaupt irgendein Mensch EBooks dieses Autors besitzen will. Dr. Web kannte ich zwar vor deinem Post noch nicht, aber die vorgestellten Kennzahlen lassen auf eine Verwendung in Richtung EBook-Marketing sehr plausibel erscheinen.. *schauder*

  3. Hehe, Traffic-Masterkurs 🙂 Hatten wir auch schon, suchmaschinenwelt.com, abgerechnet über Consi 😉

    Aber Spaß beiseite. Werde ich auch mal via Sistrix beobachten, wie der Herausgeber des Traffic-Masterkurses drweb.de wieder an die Spitze des deutschen Webs pusht….

    Der neue Besitzer ist recht euphorisch: „Könige, Damen, Ässer! 15.000 Besucher mehr pro Tag… Oder sollte man eher sagen Royal Flash?!?“

    Er meinte wohl Royal Flush vom Pokern und 15.000/Tag habe ich alleine in der Nische Motorrad, da ist Dr. Web ganz schön abgesoffen bisher.. also mal sehen was da in Zukunft passiert 🙂

  4. Hast Du Dir mal den Alexa-Chart angeschaut?
    http://www.alexa.com/siteinfo/digitale-infoprodukte.de#

    Ich bin da nicht so skeptisch, was die Zukunft von Dr. Web angeht. Das war ein totes Pferd und ich traue dem Käufer durchaus zu, das Ding wieder zum Laufen zu bringen.

  5. Sebastian: die Zahlen hat Tobias Knoof selbst auf http://www.digitale-infoprodukte.de/wp-content/uploads/2011/06/dip-drweb-vergleich.jpg rausgerückt. Diesen aus den USA inspirierten Motivations-reich-werden Sprech kann ich nicht ausstehen…

  6. @ Sebastian

    Auch wenn der „Neue“ das Ding wieder zum Laufen bringt, es wird nicht vergleichbar sein mit der alten Seite. Und ob er es zum Laufen bringt, sei vorerst noch dahingestellt.

  7. Hmm ja irgendwann ist alles mal vorbei aber nicht wirklich schön wie ich finde. Scheint im Moment ja Mode zu sein Projekte zu verkaufen wie auf dem Markt.

  8. Nicht gerade ein guter Deal. Wenn eine Webdesignagentur „Dr. Web“ gekauft hätte, dann hätte es durchaus Sinn gemacht. Ich denke, dass es ihm nur darum gehen wird PR für Digitale Infoprodukte zu machen und mehr nicht. Damit wird er sich aber meiner Meinung nach selbst ins Bein schießen. Vielleicht wird er doch den Einen oder Anderen damit erreichen, allerdings wird der Großteil genervt davon sein und Dr. Web leider zugrunde gehen 🙁

  9. Also ich muss sagen das dr.Web früher neben selfHTML auch immer eine meiner ersten Anlaufstellen war, wenn es um HTML – CSS und JS ging. Seit gut 3 Jahren aber wahr ich glaub ich aber auch nicht mehr auf der Seite. Und ich glaube auch kaum das das Projekt nochmals richtig zum leben erweckt wird. Ich denke eher da kommt nun Werbung Werbung Werbung und dann wird versucht damit so viel Geld zu verdienen bis die Seite ganz aus dem index ist. Aber man ein SEO macht es da auch nicht anders.

  10. Immer wieder lustig zu lesen, wie die „Guten“ über die „bösen“ Marketer herziehen. Natürlich will und wollte Randolf mit seinen Projekten nie Geld verdienen. Und bei Gulli wurden früher auch keine Dialer eingesetzt, um Kohle zu scheffeln. Da ist mir ein „Fatzke“, wie der Knoofi lieber.

  11. YMMD 🙂

    //Your comment was a bit too short. Please go back and try again.

  12. Sehr auffällig diese anonymen Kommentare mit Namen „Honki“ und „Tobi“. Vielleicht sollte sich der Herr Knoof einfach mal auf seine neue Website konzentrieren und die 6-stellige Summe, die ja für die Betreibung des Blogs draufgeht, verdienen!

    Dr. Web ist für Webworker gestorben. Die einen merken es jetzt, die anderen später. Alleine der letzte Beitrag über Admin Themes, die nicht gekennzeichneten Ref-Links und bitterböse Kommentare von Seiten des Betreibers zeigen einfach in welche Richtung die Website abdriftet. Ich sags mal auf gut Deutsch – „Das ist Scheiße“!

  13. @Ajar
    Mir geht es gar nicht um die Inhalte auf Dr. Web, da war ich bisher nicht unterwegs und werde es wohl auch in Zukunft nicht sein. Mir geht es darum, dass sich manche Netz-Spezis als die „Guten“ aufspielen und andere, die offensichtlich Fehler machen (Ref-Links, E-Book-Verkauf) als „Fatzke“ abtun. Dabei möchte ich gar nicht wissen, wie viel die „Guten“ mit „bösen“ Mitteln verdienen. Ich kenne einige „gute“ Online-Marketer, die ihr Geld mit Cloaking, Cookie-Dropping, etc. verdienen und verdient haben. Früher, als Dialer noch funktioniert haben, eben auch mit Dialern. Da ist Gulli keine Ausnahme gewesen.

  14. Ich sehe schwarz für Dr. Web, wie es mal war. Die Kuh wird gemolken und geschlachtet zugleich. Das Ausschlachten fängt mir dem Zukleistern der Site mit Registrierungsformularen für nutzlose Checklisten und mit Layer-Ads am unteren Bildschirmrand an. Das Melken wird das Vermengen des alten Dr. Web mit dem digitalen Müll dieser Figur. Gleichzeitig sucht man – ohne Honorar natürlich – „Gastautoren“, die Content für die Werbung drumherum kostenlos liefern und am besten noch alle Verwertungsrechte ihrer Beiträge abtreten, während der Betreiber dann neben den Werbeeinnahmen von der VG Wort abkassiert. Im Kommentarbereich wimmelt es nur so von unseriösen SEO-Strichern, MLM-Betrügern und sonstigen Spacken, die auf so einen „Kauf einen Report und ich sage Dir, wie auch Du reich werden kannst“-Beschiss reingefallen sind und nun verzweifelt versuchen zumindest ihre paar Kröten wieder reinzubekommen. Und da dieses Gesindel wohl mit dem neuen Besitzer von Dr. Web alle irgendwie verbandelt sind, kann man an 3 Fingern abzählen, wohin die Reise geht – Dr. Web > /dev/null

    Ich habe seinerzeit nicht mitbekommen, dass Dr. Web eingestellt wurde, habe es früher gelegentlich genutzt und empfohlen, aber mit dieser dummschwätzenden NLP-Witzfigur als Anführer und seiner asozialen Meute im Schlepptau werde ich umgehend jegliche Links entfernen und durch andere Online-Magazine mit echtem Informationsgehalt ersetzen. Das dümmliche Geschwätz solch selbsternannter „Internetmarketer“ kann man doch keinem Menschen zumuten, den man nicht abgrundtief hasst.

    Sehr „schön“ ist auch, dass der Kerl auf jeden Kommentar mit irgendeiner dümmlichen NLP-Flatulenz antwortet, die den gleichen nullwertigen Informationsgehalt hat wie vermutlich auch seine „Infoprodukte“.

    Da hätte man die Domain auch einfach meistbietend irgendeinem SEO-Stricher überlassen können…

  15. Und zensiert wird auch noch. Kritische Kommentare, die anscheinend nicht ganz ins Konzept des Herrn Knoofs passen, werden gelöscht bzw. werden gar nicht erst veröffentlicht. Das sagt für mich eigentlich alles über den neuen Besitzer.

    R.I.P. Dr.Web